Kunststoff-Halbzeuge

Kunststoffe sind vielfältig einsetzbare, makromolekulare Werkstoffe, Polymere die durch chemische Verfahren (Polymerisation) künstlich hergestellt werden. Diese organischen Werkstoffe kommen also in der Natur nicht vor.

Ihre vielfältigen Eigenschaften beruhen auf deren strukturellen Aufbau, dem Grad der Vernetzung ihrer Moleküle und auf deren chemische Zusammensetzung.

Die chemische Industrie bietet heute 50 verschiedene Sorten, und jede dieser Sorten umfasst wiederum eine große Zahl verschiedener Typen.

Thermoplaste

In Thermoplasten liegen die Makromoleküle hauptsächlich nebeneinander vor. Wird ein solcher Kunststoff erwärmt, können die Moleküle aneinander entlang gleiten und der Gegenstand verformt sich. Beim Abkühlen erhärtet der Kunststoff zu einer neuen Form.

Duroplaste

Die Duroplaste sind aus Makromolekülen aufgebaut, die engmaschig miteinander vernetzt sind. Dabei entstehen zwischen den Molekülen feste Bindungen, so dass die Moleküle beim Erhitzen nicht aneinander vorbeigleiten können.

Elastomere

Die Makromoleküle der Elastomere bilden dichte "Knäule". Beim Dehnen eines Gegenstandes aus Elastomeren werden die "Knäule" auseinandergezogen. Lässt man den Gegenstand wieder los, "verknäulen" sich die Moleküle erneut.

PVC

Polyvinylchlorid (PVC) ist wohl der bekannteste unter den Kunststoffen. Er wird in großer Menge in vielen unterschiedlichen Bereichen eingesetzt. Durch Zugabe von unterschiedlichen Substanzen kann die Elastizität von PVC breit variiert werden, so dass dieser Kunststoff sowohl in harter Form als Material für Rohre, Dachrinnen und Schalenkoffer, als auch in weicher Form für Gartenschläuche und Fußbodenbläge eingesetzt werden kann. Der Kunststoff wird sogar als PVC-Paste verarbeitet, die auf Textilien (für Regenmäntel) oder Schaumstoffen (für Polstermöbel) aufgetragen werden kann.

Polyamid

Polyamide zählen zu der Spitzengruppe der Werkstoffe. Im Maschinenbau und in der Feinwerktechnik ist Polyamid sogar der unangefochtene Spitzenreiter unter den Polymeren. Dieser Werkstoff ist kältefest, stoßbelastbar und schlagzäh, abriebfest, selbst bei rauhem Gleitpartner und es besitzt ein hohes Arbeitsvermögen.

Polyethylene (PE)

Kennzeichnend für Polyethylen ist die wachsartig weiche und antiadhäsive Oberfläche. Polyethylene haben eine niedrige Dichte, gute Zähigkeit, niedrige Festigkeit und Härte, sehr gute Chemikalienfestigkeit, geringe Temperaturfestigkeit.

Polypropylene (PP)

Polypropylene sind teilkristalline Kunststoffe, die durch Polymerisation von Propylen in Gegenwart von Ziegler-Natta-Katalysatoren hergestellt werden. Polypropylene sind überwiegend isotaktisch und den Polyethylenen sehr ähnlich, gleichen jedoch viele ihrer Nachteile aus. Sie sind universelle Standardkunststoffe mit einem ausgeglichenen Eigenschaftsniveau.

Polytetrafluorethylen (PTFE)

Hervorragende Gleiteigenschaften, Chemikalienbeständigkeit und Temperaturfestigkeit bringt PTFE mit. Nachteilig sind die mechanischen Festigkeitswerte. Auch wenn das homopolymere PTFE nur eingeschränkt und kostenintensiv verarbeitet ist, besitzt es unter den Hochleistungskunststoffen die höchste Chemikalienbeständigkeit und eine extrem niedrige Adhäsion. Typische Anwendungens ind Dichtungen, Beschichtungen oder Gleitlager - wenn ein geringer Reibwiderstand gefordert ist, aber keine Verschleißbeanspruchung auftritt.